Diese Woche bei den beymeistern

Leider kein Feierabend, dafür aber: Zwei Glanzlichter — die Cryptoparty heute und Lesenlassen am Donnerstag.

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LESENlassen – Graue Tage brauchen helle Worte.

Das Licht verändert sich. Mal ist es ganz grau, dann wieder plötzlich wunderbar golden. Der Herbst hat seine besonders hellen und dunklen Stunden.
Wir suchen genau das in Text und Wort!

Helle Worte für graue Tage.

Welches Buch, welcher Text hat den letzten großen AHA-Moment ausgelöst?? Wo ist euch im wahrsten Sinne des Wortes ein „Licht“ aufgegangen? Wo wurde eine dunkle Situation vielleicht erhellt?

Bringt mit, was ihr teilen möchtet, und lest uns zwischen 5 und 20 Minuten vor. Ein kleiner Text, ein Gedicht, ein Kapitel, ein Auszug. Alles ist möglich.
Wer zum zuhören kommt ist ebenfalls herzlich eingeladen.

Am besten ihr kommt mit Hausschuhen und Kissen. Herbstliche Versorgung ist vorgesehen.

Donnerstag, 28.9. | 19.45 im Laden

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Sünde. Da geht das Kopfkino los. Oder?

Glauben. Glaube und Unglaube – Wir gehen in die 3 1/3te Runde, weil unser Programm letztes Mal ganz anders lief als gedacht. Diesmal geht es wirklich um die Sache mit der Sünde: Sünde…. gibt´s das und, wenn ja, was ist es? Einfach mal drüber reden. Was denkt ihr? Bilder im Kopf, Verbote? Klischees?

Jeder kann kommen: Zweifler sind willkommen. Es ist egal, ob du zum ersten Mal dabei bist. Essen und Wein gibt es natürlich auch. Donnerstag 5.10.17 um 19.30 Uhr im Laden.

Wir haben Zuwachs bekommen /// willkommen, Johanna!

Liebe und Bakterien werden mehr, wenn man sie teilt. Vikarinnen auch. Wir teilen uns eine – und haben vollwertige Verstärkung für unser Team bekommen. Wer ist sie?

Johanna lebt als gebürtige Norddeutsche seit sieben Monaten in Köln und hat sich sehr schnell in die Stadt, den Rhein und das Kölsch verliebt. Sie kocht gerne und genießt es die verschiedenen Restaurants und Cafés zu entdecken. Sie ist Vikarin in Köln-Dünnwald, das heißt sie wird nach dem Theologiestudium zur Pastorin ausgebildet (ähnlich wie Referendare  im Lehramt). Bei den beymeistern kann sie einen Teil ihrer Ausbildung ergänzen. Sie fragt sich, wie Kirche von morgen aussehen kann und möchte sich mit verschiedenen Menschen, ihren Fragen und Ideen auf den Weg machen.

Ganz real könnt Ihr Johanna im Laden treffen. Dienstag zum Beispiel. Dann werdet Ihr feststellen, dass sie nicht nur hervorragend Kaffee kochen kann sondern auch noch ein wunderbarer Mensch ist.

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#silo / Geschichten von der geklauten Heimat 

/// #silo. In einem Silo lagert man Futter für später. Wo #silo auftaucht, findet ihr kleine Gedanken, die zu kauen geben. ///

Wo sind eigentlich Menschen daheim, die immer unterwegs sind? Die nach der Schule die Stadt gewechselt haben, dann einen Partner ganz woanders gefunden haben, die zugezogen sind mit der Perspektive, irgendwann wieder wegzuziehen. Bei den beymeistern gibt es viele davon. Die noch nicht immer in Mülheim leben, die überhaupt nicht wissen, wie lange sie das tun werden, die auf der Suche, auf der Reise, im immer wieder Neuerfinden sind.
Für die Bibel ist das der Normalzustand. Schon im Bild ganz am Anfang: Der Mensch wird geschaffen, lebt in einem guten Zustand, fliegt dann aber schnell aus der Heimat raus. Heimatlos, ohne Verwurzelung. Funny van Dannen spekuliert: Adam als Designer für ein Möbelhaus in Schweden, Eva als Kassiererin im Gartencenter Eden. Und es geht so weiter. Abraham verlässt seine Heimat, geht ins Unbekannte. Das Volk Israel wird in Ägypten fernab der Heimat gefangen gehalten, es entkommt, irrt auf dem Weg nach Heimat durch die Gegend. Und als es endlich in seinem Land ist, wird es wieder verschleppt, ins Exil, wo sie nur von Heimat träumen können. So ist Heimat kein Ort, der Rückhalt, der Zuhause bietet. Rückhalt finden die Menschen bei ihrem Gott, der mit ihnen dabei ist. Er begleitet sie als Gott auf dem Weg, ist dabei. Ganz konkret und anders dann nochmal als Jesus kommt. Die Seinen ziehen mit ihm durch die Länder, sind bei ihm zu Hause – aber auch er wird wieder genommen. So ist das Heimatlose die Konstante im Leben der Christen, bis sie Heimat bei Gott finden. In Momenten der Gemeinschaft, an Orten des Zusammenseins auf Zeit. Christen waren die ersten, die reisen konnten, weil sie in einer Welt fast ohne Hotels Orte der Unterkunft hatten. Sie kamen unter bei anderen Christen, fanden Heimat auf Zeit. Das ist ein Grundprinzip, die Heimat auf Zeit. Sagt die Bibel auch, wenn sie sagt: „wir haben hier keine bleibende Stadt“. Die Verortung auf Zeit gehört dazu – und irgendwann dann in einer zukünftigen Stadt ist es dann vorbei mit der Suche. Wieder so ein Bild, die Stadt am Ende der Zeit, das himmlische Jerusalem, Das Bild für das Ankommen an einem Ort, wo man dauerhaft daheim ist. Aber bis dahin leben wir auf Zeit. Wir als beymeister wollen so eine ein Stück weit Heimat auf Zeit sein. Mit dem Wohnzimmer, mit den Leuten, die dahinkommen – und auch als Gemeinschaft auf dem Weg mit Gott. Denn er hat uns zur Gemeinschaft berufen, weil er nicht möchte, dass wir allein sind.

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Rückblick: Der Mülheimer Tag. Wie riecht Heimat? 

Als Ralph draußen sein Waffelrad aufbaute, was noch nicht viel los. Die Kaffeemaschine hatte sich schon warm gemacht, der Laden war offen und die Musik an. Der Mülheimer Tag startete langsam, und das erste Signal von der aufkommenden Ausgelassenheit war ein fröhlich geflötetes „Guten Morgen!“ aus dem zweiten Stock über dem Laden. „Waffel?“ „Aber gerne. Nach dem Frühstück.“ Vielleicht war das Nachdemfrühstück auch das Motto des Morgens, weil es dann doch ein wenig dauerte, bis Mülheim in Schwung kam. Dann aber war es in Bewegung, und den ganzen Tag über kamen viele wunderbare Menschen, um Lütticher Waffeln zu essen, um Kaffee zu trinken – und um zu sehen, was denn eigentlich in diesem Laden vor sich geht. Die beymeister durften sich vorstellen. Andere kamen als alte Bekannte, es wurde geherzt und geschwelgt, in Erinnerungen und der Gegenwart des Tages, der sich herbstlich sonnig wie auf Kommando noch einmal schön gemacht hatte, was auch dringend nötig war nach dem Regendesaster der vergangenen Tage.
Drinnen ging es ums Thema Heimat. Wie riecht die eigentlich? Und welcher gute Geruch lässt Mülheim Heimat sein? Pommes. Gras. Und immer wieder der Rhein. Viele Antworten, die nachdenklich machten oder zustimmende Kommentare ernteten. Und es kam etwas wie Heimatgefühl auf, aber kein afd-Heimatgefühl voller Volkstümelei und Gestrigkeit. Es war ein leichtes Gefühl dessen, wo man sich gut fühlen und heimisch sein darf. Und das war schön.

Mülheimer Tag & Feyertag – beides zusammen & nacheinander

Mülheim feiert. Auf den Straßen, am Rhein, am Wiener Platz, einfach überall. Und wir machen mit. Bei uns gibt es nicht nur Lütticher Waffeln von Ralf auf seinem mobilen Waffelrad mit Gaswaffeleisen (ich hab gelernt, dass Lütticher Waffeln was ganz anderes als Brüsseler Waffeln sind – müsst Ihr selber rausfinden, am besten, Ihr fragt Ralf). Dazu ist der Laden offen, und es gibt natürlich Kaffee von unserer bezaubernden Bezzerea. Außerdem Gedanken: Was ist eigentlich Mülheim für Euch? Wohnort? Heimat? Lebensmittelpunkt? Und was macht das aus. Wir haben Margot Honecker gefragt (also nicht wir direkt, aber ihr Senf kommt bei uns dazu), auch Herbert Grönemeyer, wir folgen Geruchsspuren, und vielleicht findet Ihr ja hier auch ein Stück Zuhause mit Kaffee, Waffeln und den Menschen, die hier so leben.

Abends dann feiern wir Feyertag, unseren Gottesdienst. Der nimmt die Frage des Tages auf. Heimat. Was macht das aus? Wie fühlt es sich an, wo ist es heimelig, heimisch, himmlisch. Dazu gibt es wie gehabt gutes Essen und einen Rotwein, ein Bier, eine Limo-

Mülheimer Tag:        Sonntag ab 12  in und vor dem Laden und überall im Stadtteil
Feyertag:                    Sonntag um 18.15 bis zum Tatort.

 

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