Silberne Schuhe und Winterreifen

Es ist bloß ein Tisch, sagen wohl manche. Und es stimmt. Bei all den Dingen, die wir bislang hatten, ist es nur ein weiteres Möbelstück. Und doch kann man an unserem Esstisch sehen, was bei den beymeistern passiert. Letzten Dienstag saß ein gutes Duzend Menschen um den Tisch, die Altersspanne reichte von 1 bis 75. Sie haben gegessen, über das Leben im Viertel gesprochen, über sich und andere.

Donnerstag dann haben wir wieder am Tisch gesessen. Diesmal ging es ruhiger zu, Glaubens- und Unglaubensfragen standen zur Debatte. Dazu Rotwein und Suppe.

Danach hatte der Tisch Pause: Auf dem Sofa saßen wir am Freitag, also eine Zeitlang. Marlies, die Rentnerin mit ihren silbernen Schuhen, Nils, der Student, Nadia, die hier arbeitet. Vorher war noch eine beymeister-Freundin mit ihrer Tochter da, und wir haben wild getanzt – wie es sich gehört, wenn man eine Arbeitswoche hinter sich lassen will.

Im feyertag, unserem Gottesdienst am Sonntag stand unser Tisch leise in der Ecke und sagte nichts. Freute sich vielleicht über die Atmosphäre, in die er sich auch gerne eingefügt hätte.

Aber heute wurde er wieder besessen, reich gedeckt mit einem herbstlichen Mittagstisch, umsäumt von Gesprächen über Neuelterndasein, über Ausgehkneipen, über Kochrezepte, übers Sterben und Beerdigtwerden, dann wieder über Winterreifen, schließlich auch noch über Taufe. Eine solche steht an, weil sich ein Teenager bei uns wohlgefühlt hat. Das sei ein wahrhaft gechillter Gottesdienst gewesen. Wow.

All das fühlt sich  gut an, weil wir teilhaben dürfen am Leben der Menschen, weil es organisch ist, keine Parallelwelt. Und irgendwie ist es merkwürdig, wie sich die Generationen mischen, weil wir doch eigentlich ganz anders angefangen hatten. Am Anfang waren es nur ein paar Leute in unserem Alter. Nun kommen sie übergreifend, fühlen sich angesprochen, ob mit silbernen Schuhen oder mit Schnuller, sie trinken Kaffee und lernen sich kennen. Wo gibt es das schon? Im Brauhaus, im Karneval. Und hier. Mitten in Mülheim. In unserem Wohnzimmer.

 

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Hipphipphurra – Es geht weiter!

Weihnachten im November.
Oder zumindest ein ziemlich großes Geschenk…

Wie viele Menschen haben uns schon gefragt: „Wie sieht es eigentlich nächstes Jahr aus?“ Und wie vielen Menschen haben wir geantwortet: „Das liegt nicht in unserer Hand“. Und wie oft haben Menschen dann gesagt: „Hoffentlich geht es weiter!“ Und wie oft haben wir geantwortet: „Das hoffen wir auch.“ — Und nun geht es weiter. Die Finanzierung für ein weiteres Jahr beymeister steht und das auch durch Euch!

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Eure Zuwendung hat uns geholfen
Nicht nur die Spenden (die aber auch!) haben mitgeholfen, dass wir eine Perspektive bekommen haben. Es ist auch die Einsicht, dass hier Gutes passiert. Es ist die Rückmeldung von Eurer Seite, die uns hilft, zu erklären, dass es sinnvoll ist, was bei uns im Viertel passiert. Letztlich war es die Gemeinde Mülheim, die zugestimmt hat (DANKE!), der Rückhalt auf allen Ebenen, den es gebraucht hat – aber ohne die Einsicht, dass viele von Euch mithilfe der beymeister das Veedel besser machen, dass viele von Euch helfen, dass Mülheim ein wunderbarer Ort ist, dass viele von Euch daran mitarbeiten, dass es immer schöner wird – ohne all diese Einsicht wäre es vielleicht gar nicht so weit gekommen. So gebührt Dank allen, die mitfinanzieren und nicht minder allen, die bei uns mitmachen. Ihr seid toll!

Blick voraus
Und so dürfen wir also 2018 weitermachen. Und wir haben viele tolle Dinge vor: Halbstündige Urlaube, Homeoffice, vielleicht sogar eine Chaoskirche on tour. Wir wollen weiter mit Euch Gemeinschaft leben. Wollen gemeinsam essen, feiern, Leben teilen, wollen feyertägliche Gottesdienste begehen, vielleicht sogar eine Hochzeit feiern (nein, nicht Miriam und ich). Und, und, und… Ihr dürft gespannt sein. Wir haben jedenfalls wieder vieeeel Energie für das, was kommt 

Feierei
Das wollen wir feiern. Mit Euch. Nächstes Jahr wird es eine Januarsause geben, ein Wirmachenweiter-Fest, aller Voraussicht nach am 20. Januar. Tragt ihn Euch ein – und bleibt uns gewogen. Wir freuen uns sehr!

 

Betriebsausflug.

Als beymeister sehen wir keine wirkliche Trennung zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen. Jeder darf mitgestalten und sich einbringen, und alle zusammen sind wir irgendwie beymeister. Dennoch gibt es ja das kleine Team von Hauptamtlichen, und die sollen gut zusammenarbeiten. Und dafür tut ein Betriebsausflug gut. Das haben wir heute gemacht: Gefrühstückt, gewandert, gerätselt. Was für ein schöner Vormittag!

 

fühlt sich gut an. beymeistertischgedanken

Ich war im Urlaub. Nach einer Woche Konfifreizeit war das dringend dran. Eine Woche weg aus Köln, kein Handy, keine Emails, kein Nix. Also irgendwas schon, aber eben nix, was mit Köln zu tun hat.

Und dann bin ich zurückgekommen in den Laden, und da stand er. Ein Tisch. Nicht einfach ein Tisch, sondern ein handgefertigtes Unikat, gezimmert aus rohem Holz, gut behandelt, auf selbstgeschweißte Füße gestellt. Mobil und solide. Ein Pracht-Tisch. Und das alles wäre nicht bemerkenswert, wäre er nicht von einem beymeister für uns gebaut worden. Entworfen, zusammengekauft, gesägt, geschliffen, lasiert, geschnitten, geschweißt, verworfen, wieder geschnitten, wieder geschweißt, gebohrt, verschraubt, nachbehandelt, gepflegt – und nun steht er dort.

Das ist was Besonderes. Weil beymeister-Sein heißt, dass nicht die Hauptamtlichen den Ton angeben. Dass Tische eben auch von ganz anderen entworfen werden können. Und nicht minder besonders war, dass wir ihn dann heute gemeinsam vor dem Essen aufgestellt haben. Platten eingesetzt, eingedeckt – und dann haben wir gegessen. Es war erhaben, das zu tun. Zu wissen, dass alle mitmachen, dass sie mitbestimmen können und dass dann auch noch so Gutes dabei herauskommt. Danke, Flo, fürs Bauen. Danke, allen, die heute da waren. Es fühlt sich gut an mit Euch!

Neue Woche mit Grund zum Feiern.

Weil es langsam fies wird draußen, haben wir viel drinnen vorbereitet. Ganz praktisch, zunächst: Beim Essen. Mit neuem Tisch! Und nicht weniger praktisch: beim Glauben – unserem Workshop zu Glauben und Unglauben. Sonntag dann wärmt Euch Herz und Sinne beim feyertag, unserem Gottesdienst.

Dienstag gibt es wieder Mittag. Weil Dienstag ist. Und, Ihr werdet es nicht glauben: Wir haben jetzt einen Tisch. Auf dem Bild kriegt Ihr schon eine Vorstellung – ob sie stimmt, seht Ihr ab halb elf im Laden. Essen gibt es dann zwischen zwölf und halb eins.
7.11. wie jeden Dienstag | ab 10.30 | im Laden.

Wie geht das eigentlich so konkret mit dem Glauben. Die Inhalte sind das eine. Darüber haben wir gesprochen. Wie wird daraus aber was Verwertbares jenseits dessen, was der Kopf sagt? Eine Haltung? Ein Halt? Wo gibt eigentlich mein Herz den Ton an und wo der Bauch? Und was mache ich damit?
Ein letzter Abend zu Glaube und Unglaube.
9.11. | 19.30 mit Essen & Wein | im Laden.

Freitag ist dann Feierabend. Gerade weil es draußen grau wird, wollen wir es bunt haben. Mit bunten Limos, Schietwetterbier oder auch einfach Kaffee und Tee.
10.11. wie immer freitags | 17-20 Uhr | im Laden.

Was bindet mich eigentlich. Also: Was hindert mich daran, die/der zu sein, der/die ich bin? Warum mache ich so viel Zeug, das ich eigentlich gar nicht machen will? Oder will ich es und weiß es nur nicht? Schwierig. Wir gucken drauf und hinein – und horchen, was Gott eigentlich an Ideen hat. Gottedienst im Laden.
Abendessen gibt es. Wein natürlich auch.
12.11. | ab 18.15 Uhr | im Laden.

feyertag_2017.11.12.

 

Herbstferien – Wann ist der Laden offen?

Echt grau geworden draußen – Zeit für einen guten Kaffee auf dem grünen Sofa. Gerade in den Herbstferien. Deshalb ist unser Laden offen:

Diese Woche kochen wir am Dienstag zusammen. Offen ist ab halb elf, gegessen wird gegen zwölf. Am Freitag ist die erste Ferienwoche rum – Wir feiern das. Mit Euch. Gebührend. Beim Feierabend. Von fünf bis acht.

Nächste Woche Dienstag ist dann Feiertag – ausschlafen für alle. Der Laden macht dafür am Freitag wieder auf. Wie gehabt, von fünf bis acht. Kommt vorbei. Erzählt von den letzten Tagen. Wir freuen uns!

Herbstferien_2017

Wohnzimmerkonzert | Sarah Brendel

Der Herbst wird golden – und mit Sarah Brendel kommt eine Samtstimme zu uns in den Laden. Sie singt ihre eigenen Songs, inspiriert von Leonard Cohen, Bob Dylan und der frühen Folkbewegung. Begleitet wird sie am Cello und Bratsche von zwei guten Freunden, Moritz Brümmer und Filip Sommer. Sarahs Konzerte finden an den unterschiedlichsten Plätzen der Welt statt, auf Festivals, in Kirchen, Gefängnissen, Kliniken und Clubs.

Und diesmal bei uns. Eintritt ist frei, aber Spenden in den Hut, der rumgeht, wären gut.

Dienstag, 17.10. | 19.30 im Laden

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