Sankt Martin. Ohne Martin?

Und dann hängt da der rote Mantel, und wird nicht gebraucht.  Was fehlt, ist ja die Unterbrechung. Jemand, der sagt: jetzt sind wir verabredet. Oder der Kalender, der sagt: jetzt ist Karneval. Oder die Laterne, die singt: los, raus. Trag mich spazieren.  Gerade sind wir zurückgeworfen in einen nicht enden wollenden Alltag. Ohne Glanz und Gloria mit viel Stille und wenig Musik. Der rote Mantel bleibt im Schrank. Aber warum eigentlich? Morgen wünschen wir dem Veedel eine Unterbrechung. Ein Mensch wird morgen erinnert, der den Alltag unterbrochen hat. Seinen und den der anderen. Er ist stehen geblieben, hat seinen Mantel geteilt und dadurch eine Menge verändert. Er hat mutige Liebe geübt. Deswegen hängen viele von euch Licht in die Fenster. 
Wir wünschen euch, dass ihr unterbrochen werdet. Oft passiert das ja unverhofft aber zwischen 18-20 Uhr wäre es schön, wenn ihr eure Fenster beleuchtet. Holt raus was ihr habt: Kerzen, Lampen, Lichterketten und Laternen und lasst euch unterbrechen: Horcht genau hin. Haltet Ohren und Augen offen – vielleicht regt sich ja draußen was –  aber bitte: Bleibt zu Hause. Es könnte sich lohnen…