Warum wir so oft gemeinsam am Tisch sitzen

Heute arbeiten wir. Morgen Essen wir von morgens- bis Abends. Warum eigentlich?

Eben sind hier im Homeoffice gute Neuigkeiten geteilt worden. Jemand hat bestanden, eine Andere eine gute Nachricht über Vertragsverlängerungen bekommen. Hier im Wohnzimmer, im Arbeitszimmer, im Esszimmer wird eine Menge Alltag geteilt. Menschen, die sich so vielleicht nie begegnet werden, begleiten sich gegenseitig. Fragen nach, helfen aus, knüpfen Netzwerke, verändern Leben. Ja das klingt groß. Aber Alltagswunder und Geschichten sind es ja auch oft.

Unser Alltag fängt jeden Freitag recht früh an- Irgendwer kam auf die wahnwitzige Idee, um 7.10 sich gemeinsam an den Tisch zu setzen. Aber wenn wir uns aufmachen, uns aus dem Bett oder dem Kindergeschrei rausschälen, dann erscheint die Idee nur noch fantastisch. Während das Veedel erst langsam erwacht, zünden wir Kerzen an und erfahren einen- naja- fast oder tatsächlich heiligen Moment. Jedenfalls feiern wir Abendmahl. Wir lesen Texte, die uns hell machen; halten kurze Stille und begegnen dem Tag, der Uhrzeit plötzlich anders. Bevor es raus in den Tag geht gibt es einen Kaffee.

Am Freitagabend, einmal im Monat endet der Tag ähnlich wie er angefangen hat. Mit Brot und Wein, aber dann gibt es Limo, Bier, Käse und Veganes mit dazu. Wieso essen alle in ihren kleinen Einheiten allein, wenn wir uns auch gemeinsam an den Tisch setzen können? Bevor es in die Nacht und ins Wochenende geht, oder für manche zur Arbeit,- teilen wir nochmal Alltag zusammen.

Alle diese Sachen sind gar nicht aufwändig. Niemand muss regelmäßig kommen, jede die da ist ist sofort ein Teil der Tischgemeinschaft. Egal ob wir einander schon mal begegnet sind oder nicht. Der Tisch hält viel aus. Essen, Arbeiten, Alltag und Heiliges.

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