sommersechs | no. 3

Einmal unter der Mülheimer Brücke.
Stehenbleiben.

Das da drüben ist Köln. Hier auch,
aber nicht so wie da drüben.
Zumindest sagen das die da drüben.
Und wenn man hier steht,
kann man das vielleicht sogar teilen.
Hier ist es dreckig,
im Sommer riecht es übel.
Aus dem Hässlichen blickt man auf das Schöne,
auf das Postkartenköln.
Die Brücke verbindet beides.
Mülheim ist ein Außenseiter, ein Underdog
– aber gerade das
macht auch den Wert aus.
Denn erst von hier kann man den
eigentlichen Blick auf das Schöne genießen.
Kennst du das, dass
du dich mit dir selbst unwohl fühlst?
Bad Hair Day?
Vielleicht ist es ja so, dass das unsere eigenen
Unter-der-Brücke-Momente sind.
Momente, in denen wir uns selbst
nicht schön fühlen,
in denen wir uns anch dem Schönen sehnen.
Die Kunst wäre
doch dann, an den guten Tagen das Schöne
auch wahrzunehmen.
Zu merken,
wie gut es ist, eben weil wir einen Blick
vom Unschönen aus hatten.
Die Brücke zu sehen,
dass beides zusammen gehört.
Das fällt oft schwer.
Lass deine Gedanken kreisen,
um den Rhein, um dein Leben,
um die Brücken.


*Text aus:
Urlaub mit dir// iPod Audiotour der beymeister

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