Abendmahl // Dem Morgen einen anderen Geschmack geben

Die beymeister sind Kirche für Menschen, die mit Kirche nichts anfangen können. Wir sind als kirchliche Menschen relevant für Menschen, für die Kirche seit langer Zeit an Relevanz verloren hat. Das sagen wir ohne Wut, sondern einfach, weil es so ist. So geben wir der Kirche ein weiteres Gesicht neben all den Gesichtern, die sie hat.

Menschen können hier mit ihren Geschichten, mit ihrem Leben, mit sich selbst andocken – und eben auch mit ihren Glaubensfragen, denn wir sind ja Kirche. Auch wenn wir anders aussehen. Und weil wir Kirche sind und anders aussehen, machen wir Dinge, wie sie normal für Kirche sind, in anderer Gestalt.

Wir reden mit den Menschen auf Augenhöhe, erheben aber – und das ist anders als wir es manchmal in der Kirche erleben – keinen Anspruch auf sie. Wir sind da, wenn sie uns brauchen. Auch in Glaubensfragen. Denn es ist spürbar, dass wir hier unseren Glauben leben ohne einzuengen.

Wir feiern Gottesdienste.
Wir taufen.
Und wir feiern Abendmahl.

Jeden Freitag um sieben Uhr morgens. Wenn die Stadt sich gerade aus der Nacht schält, wenn Lehrerinnen und Müllmänner, Banker und Managerinnen mit Kaffeetassen die Frankfurter Straße entlanghasten geben wir noch einen Moment der Ruhe.

Der Ruhe für den letzten Tag, den letzten vor dem Wochenende,
der Ruhe, um dem Rhythmus des Lebens einen kleinen Augenblick nachzuspüren.

Der Ablauf ist schlicht, die Runde klein.
Doch sie verändert was.
Weil dieser Ort, die alte Schneiderei, ein Ort ist, an dem Gottesdienst gefeiert wird.

Und ja, es gibt danach auch Kaffee.
Und dann kann der Tag beginnen.

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