Wieso tun wir das eigentlich? Weil Kuchenessen die Kirche verändert.

Vier Stücke Kuchen liegen da noch. Es waren fünf, aber eines habe ich gegessen. Sie gehen wie üblich an die Obdachlosen auf dem Wiener Platz. Die fünfzehn schmutzigen Gläser gehen in die Spülmaschine. Und die Kreidespuren, die unser Spaziergang hinterlassen hat, werden demnächst weggewaschen. Man könnte denken: eine weitere Gruppe versorgt. Programm geboten. Beymeister erklärt.

Aber es bleibt mehr. Denn wieder einmal hatte ich den Eindruck, die Leute saugen auf, was wir erzählen. Nicht, dass wir sonderlich gut erzählten, aber was wir erzählen, das ist die Geschichte von einer anderen Kirche, die möglich ist. Eine Kirche, die mitten unter uns ist. An vielen kleinen Orten. Und mit dieser Kirche nähren wir eine Lust nach Aufbruch. Ja, ich glaube, dass wir mit dieser Kirche Kirche verändern. Weil Menschen auf einmal aus der Starre, aus der Resignation, aus der Angst geholt werden. Weil ein positives Gegenbild zum Niedergang entsteht.

Werden wir damit die Kirche retten?

Wohl nicht. Aber wir säen kleine Samen, die von den Zuhörern transportiert werden, um Frucht zu bringen. Und wenn sie dann gehen und sagen, dass sie nun träumen wollen, wenn sie sich bedanken, weil es Hoffnung gibt, wenn sie aufmerken und aufwachen und aufrütteln wollen. Dann merke ich, dass wir das hier alles nicht nur für Mülheim machen. Wir machen es für die Kirche. Ich hoffe, die Kirche merkt das auch.

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