bey allen Sinnen

Du kommst zur Arbeit. Dein Kollege schaut dich anerkennend an und sagt: “Schön siehst du heute wieder aus!”
Und du dachtest ernsthaft er gibt Rückmeldung zur Präsentation gestern. Du stehst auf dem Spielplatz und checkst parallel die Mails. Dein Kind fragt ob es morgen wieder in den Kindergarten geht und die Mutter neben dir guckt dich mitleidig an. Und dann sagt sie: “Ach…. also unter drei haben die Kleinen doch viel zu großen Stress in einer Betreuung. ICH könnte sowas nicht…”
Und du dachtest ihr wärt Verbündete. Du sitzt in der Bahn und der Mann neben dir sitzt so breitbeinig da, dass Dir kaum Platz bleibt. Du versuchst Dir Raum zu verschaffen, ohne Erfolg. Du bittest ihn um Platz für deine Tasche und er sagt: “Oh jetzt schon wieder so Eine, die sich immer als Opfer fühlt. Ihr wollt doch Gleichberechtigung…” Und du dachtest er sitzt nur zufällig so Platzeinnehmend da…

Ständig hören wir in welche Bilder und Rollen wir hineingepuzzelt werden. Wir hören wer wir angeblich sind. Wir hören wie wir zu sein haben.
Das geht Männern und Frauen so. Aber manchmal macht es Sinn sich mit dem eigenen Geschlecht an einen Tisch zu setzen und Erfahrungen auszutauschen.
Dafür gibt es ab jetzt die Reihe: “bey allen Sinnen” bei den beymeistern.

Als Frau wird man nicht geboren, man wird zu ihr (gemacht). Und erfährt die Welt als Solche. Mit allen Sinnen.
Wie hören wir als Frauen und wie werden wir gehört? Wie sehen wir die Welt und wie werden wir gesehen? Wie schmecken wir das Leben? Wie fühlt es sich an? Wie können wir uns selbst und andere riechen?
Und dann bleibt da noch die Frage des Geschlechts. Angeboren oder anerzogen?
Fünf Abende lang tauschen wir uns aus. Reflektieren unsere Lebenserfahrung als Frauen. Und machen ein paar neue sinnliche.
Mal kritisch, mal emanzipatorisch. Mal erheiternd, mal unterstützend und vielleicht manchmal auch etwas ratlos.
Fünf Abende. Fünf Sinne. Viele Frauen.Immer werden wir verschieden zusammengesetzt sein.

Gestern haben wir uns getroffen. Der erste Schwerpunkt war das HÖREN.
Wir haben uns mit dem beschäftigt was Frauen hören, was wir Mädchen weiter geben und den Jungs. Wir haben darüber gesprochen was wir nicht mehr hören können. Und wie wir das verändern (können?!?). Im Beruf, im
Alltag, in der politischen Debatte im privat-politischen Bereich und der Familie.

Und wir haben zugehört. Der Kraft die uns geschaffen hat. Dafür haben wir geschwiegen. Nur kurz natürlich.

Es ist ein Experiment. Es lebt von den Frauen die sich an den Tisch setzen. Und von dem was wir Teilen.

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