Gastbeitrag: Du musst dein Ändern leben.

Ich liebe Mülheim. Aber Mülheim macht mich auch traurig – und wütend – und hilflos.

Manchmal hätte ich einfach gerne eine Wahl, dem Leid aus dem Weg zu gehen. Doch das ist nicht Mülheim. Zu Mülheim gehört der Wiener Platz, wo ich  – und mein Kind – dem Junkie im Aufzug begegne, die dort seine Drogen erhitzen will. Zu Mülheim gehört der Clevische Ring der mir seine Stickoxide in die Lunge bläst. Zu Mülheim gehört der Park, wo statt blühender Landschaft überquellender Mülleimer herrscht. Und zu Mülheim gehören auch seine Menschen, die am Rand stehen. Gut sichtbar an der Frankfurter Straße. Nicht zu übersehen am Wiener Platz, vor den Kneipen, am Mülheimer Bahnhof. Unsichtbar in den Wohnungen, den Flüchtlingsunterkünften und den Altenheimen.

biggi

Und ich bin mittendrin. Und ich hab keine Wahl, dem allem aus dem Weg zu gehen, denn ich lebe hier und ich liebe es hier. Also will ich was ändern, was anpacken. Was heller machen. „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt“ flüstert mir Mahatma Ghandi in Dauerschleife ins Ohr. Und von meinem Facebookprofil dröhnt das ambitionierte Zitat: „Du muss dein Ändern leben.“Und ich will ja. Und das ist hier in Mülheim nicht nur ehrenhafter, altruistischer Wunsch, sondern ich will auch Veränderung für mich, meine Freunde und für meine Familie. Ich möchte diesen Stadtteil heller machen, mich einbringen, mit dem, was ich kann und mit den Kapazitäten, die ich habe. Aber das erscheint so groß und abstrakt, dass ich gar nicht anfange. Nur rede und rede und auch schimpfe.

Und da fällt das „Active Citizen Training“ vom Himmel und mir vor die Nase, was Menschen in ganz Europa genau darin untersützten will: Ihre Nachbarschaft zu verändern und positiv zu gestalten. Mit kleinen Projekte, die man in seiner Community aufbaut. Das können regelmäßige Sachen  sein – Senioren ihr Leben etwas einfacher und weniger einsam machen, aber auch punktuelle Aktionen – warum nicht Sacher Torte am Wiener Platz verteilen.

Und das schöne an diesem Ansatz: Er setzt bei dir an: Du, mit deinen Talenten, mit deinem Herzschlag und mit deiner Zeit. Aber nicht allein. Sondern mit Gleichgesinnten. Und die wollen wir zusammenbringen – denn das ist der Herzschlag von beymeister und auch meiner: Mich mit anderen auf den Weg zu machen, mein Ändern zu leben, da wo ich lebe, mit dem, was ich zu geben habe.

Am Dienstag den 29.01.2019 , 19.30 Uhr bekommen wir beymeister Besuch von MURAL* ! Sie werden uns erzählen, wie wir/du/ich ganz konkret einsteigen können

*MURAL ist ein 2017 ins Leben gerufenes Projekt. Mithilfe der Active Citizenship Methode sollen gegenseitiger Respekt und Toleranz in einer vielfältigen Gesellschaft gefördert werden – und das europaweit! Das Ziel des Projekts ist es, Menschen zu motivieren und darin zu bestärken, sich gemeinsam mit anderen für eine positive Entwicklung in ihrer Nachbarschaft einzusetzen. 

 

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